Crew Insights

Interview mit Andreas Schlicht

Andreas_Schlicht
Zitat Schlicht
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Andreas ist 55 Jahre alt, kommt aus Oranienburg und lebt inzwischen in Bayern. 1983 hat er seine Ausbildung zum Binnenschiffer begonnen. Inspiriert durch die DDR-Fernsehsendung „Zur See“, die er damals mit seinem Vater geschaut hat, wollte er zunächst zur See fahren. Als dies nicht zustande kam begann er seine berufliche Laufbahn in der Binnenschifffahrt. Seit 2001 arbeitet er in unserer heutigen HSL und ist dort 2005 zum Schiffsführer geworden. Heute ist er auf der „Volantis“ im Einsatz und froh über das 14/14 Schichtsystem, da er auf diese Weise sehr gut seinen Job und die Familie vereinbaren kann. Zuhause hat er dann ausreichend Zeit seinem liebsten Hobby nachgehen: „Die To Do Liste meiner Frau abarbeiten“.

„Wer an Bord arbeiten möchte muss den richtigen Charakter mitbringen. Es kommen auf engem Raum viele verschiedene Personen zusammen, sodass man Kompromisse eingehen muss.“ Auch wenn der Job heutzutage nicht mehr die „Romantik“ von früher hat, bereut er die Entscheidung nicht. Als beste Entscheidung bezeichnet er den Aufstieg zum Schiffsführer. Jungen Leuten in dem Beruf empfiehlt er ihre Patente zu machen, um sich weiterzuentwickeln. „Es ist wichtig, dass ihnen auch die Chance zum Fahren und Manövrieren gegeben wird.“ Diese Chance gibt er seinen Kollegen an Bord, sofern das Interesse besteht, gerne, da Übung ja bekanntlich den Meister macht.

Als landschaftlich schönste Strecke bezeichnet er den Abschnitt zwischen Köln und Mainz. Grundsätzlich findet er es aber auch am Niederrhein immer schön zu fahren, da es viele Kurven und ein hohes Verkehrsaufkommen gibt. Trotz eines gewissen Termindrucks gefällt ihm die Unabhängigkeit in dem Job am besten. Zwischen den Terminen ist es ihm und seiner Mannschaft überlassen, wie sie sich die Aufgaben zeitlich einteilen, sodass jeder Tag anders ist. Auch als Schiffsführer muss man aus seiner Sicht mit anpacken und bei Malerarbeiten oder Deckwaschen unterstützen.

An Bord ist gutes Essen, der Zusammenhalt und die Stimmung sehr wichtig, da man viel Zeit miteinander verbringt und quasi wie eine Familie ist. Es kann nichts Schlimmeres passieren, als mit einem schlechten Gefühl an Bord zu fahren, da man sich nicht wohl fühlt. Auf der Volantis wird möglichst abwechslungsreich gekocht. Dabei gibt es nur eine Regel: „Keine rote Beete, damit kann man mich jagen!“

Im Privatleben hat sich Andreas 2016 ein Haus gebaut und sich somit seinen größten Wunsch erfüllt. Abgesehen davon wünscht er sich, dass seine Tochter ihr Studium erfolgreich absolviert und seine Familie gesund bleibt. Am ersten Tag nach seiner Schicht schläft er aus. Daher wurde der Donnerstag nach der Schicht von seiner Tochter auf den „Schlafmützentag“ getauft. Aus dem Grund würde er sich bei einer olympischen Disziplin im Schlafen auch weit vorne sehen. Auch beim Kegeln sieht er gute Chancen für sich, obwohl er das lange nicht mehr gemacht hat.

Mit der HGK Shipping als Arbeitgeber ist er seit seinem Eintritt sehr zufrieden und fühlt sich gut aufgehoben. Gegen Ende des Interviews fragt er kurzerhand seinen Kollegen, ob er sich auch noch für ein Interview bereit erklärt. Das folgt dann in der folgenden Ausgabe unser Reihe „Crew Insights“.

Wir bedanken uns bei Andreas für das interessante Interview und hoffen, dass er uns möglichst lange als Schiffsführer erhalten bleibt.

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